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Eigentlich muss man diesen Tempel nicht kennen. Er liegt zwar einigermaßen malerisch an der Süd-Ost Küste der Insel, aber besonders sehenswert ist er nicht. Doch manchmal ist es verrückt. Während einer Motorradtour im kamen uns zahlreiche Balinesen in Festkleidung auf dem Moped entgegen oder kreuzten unseren Weg. Das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass irgendwo eine Zeremonie stattfindet. So kamen wir gegen Mittag in den Ort Blahbatuh, in dem ein Tempel auf großartigste Weise geschmückt war. Das ist aber auch nichts Ungewöhnliches. 

 
       
 

Man liest am Ortseingang auf der Tafel mit dem Verkehrsschild das typische "HATI-HATI ADA UPACARA AGAMA ", was soviel heißt wie "Achtung - Es gibt eine religiöse Zeremonie". In solchen Fällen ist die Straße ganz oder in einer Richtung gesperrt. Die Zeremonie hat in jedem Fall Vorfahrt. Das ist normal. Beeindruckend auch der große Menschenauflauf direkt vor dem Tempel, der aber auch nicht ungewöhnlich ist. Alles deutete auf ein sehr großes Fest hin. 

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Dieses und folgende Fotos 04.11.05 Blahbatuh 

 
       
 

Es war aber nicht genau herauszubekommen, was im Einzelnen geplant war bzw. was der Anlass für das Fest war. Die indonesischen Sprachkenntnisse reichen nicht so weit, das Plakat zu entziffern und selbst mit verfügbaren Wörterbüchern gelingt es einfach nicht. Später hab ich mir sagen lassen, dass das ein "Dialekt" des Altbalinesischen ist und das kann nicht mal jeder Balier lesen. Ich bin beruhigt :-) Wir warteten also auf das, was da kommt 

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Das Foto kann in Originalgröße bei der Bildagentur Panthermedia erworben werden.
     
 

und beobachteten die Leute, wie sie mit den Vorbereitungen auf das Fest beschäftigt waren. Es ist erstaunlich, mit welch gigantischen Opfergaben die Frauen auf dem Kopf unterwegs sind. Was dann kam, war für uns nach einigen Jahren Bali doch neu, obwohl solche Aktionen als Teil der Prozession die Regel sind. Vielleicht ist es Odalan, ein Fest zur Tempelweihe bzw. anlässlich des Tempelgeburtstages, vielleicht ist es Galungan, das Fest des Sieges des Götterkönigs über die Dämonen, vielleicht ein Fest zur Verehrung der Reisgöttin ?  Es war aber soviel zu erfahren, dass man irgendwo hin an die Küste fährt. Das ist im Allgemeinen ein Zeichen dafür, dass eine Begräbniszeremonie stattfindet, bei der die Aschereste der verstorbenen Angehörigen feierlich dem Meer übergeben werden. 

Und dann konnte man gegen 15:00 Uhr beobachten, wie eine Vielzahl an Lkws, Pickups und Motorrädern, alle mit fröhlichen Leuten und verschiedenen Figuren und Musikinstrumenten mehr als beladen, sich in Bewegung setzte. Wir fuhren einfach mit. Schon das war ein Erlebnis. Die Fahrt währte ungefähr eine halbe Stunde. Man weiß dann im Grunde nicht mehr, wo man sich befindet. 

Nach dem Sonnenstand zu urteilen ging es, wie erwartet, an die Küste in Richtung Süden. Genau an der Kreuzung mit dem neuen "Highway" hielt der Tross an und alle liefen zum Strand. Wir auch. Da war ein weiterer Tempel vorbereitet und es war erstaunlich, wie lange die Leute herbeiströmten und wie viele in den Tempel passten. Dort fand dann zwar die übliche Reinigungszeremonie statt, aber das "Programm" war für uns bis dahin einmalig in seiner Dichte und Wirkung.

 
       
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Direkt am schwarzen Lava - Sand - Strand setzte sich die Zeremonie fort. Im Tempel wurden sehr beeindruckende Tänze aufgeführt. Z.B. der Kriegstanz, der dort Baris Gede heißt und nur von männlichen

 
   

Tänzern vorgeführt wird. Der Tanz ist im Rahmen solcher Feste Bestandteil der religiösen Zeremonie und hat nicht viel mit den kommerziellen Touristentänzen zu tun. Im Tempel kommt eine ganz eigene, geheimnisvolle 

   
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Stimmung auf. Immerhin müssen die zehn oder mehr Tänzer Dämonen undUnheil abwehren und das machen sie mit Furcht erregenden Bewegungen und Gesichtsausdruck. Dabei bleibt alles so unglaublich 

Das Foto oben kann in Originalgröße bei der Bildagentur Panthermedia erworben werden.
 

feinfühlig und exakt, dass man nur staunen kann. Und dann dieses Licht am frühen Abend ... einfach unglaublich. Diese authentischen Tänze gehören zum Besten, was wir auf der Insel gesehen haben. Leider hatten wir  an diesem Tag unverständlicher Weise eben keinen Sarong dabei - auf Bali ein schwerer Fehler, denn den braucht man wirklich oft -, so dass sich  das Betreten des Tempels verbot. Wenn man  schon das Glück hat, eine Fest als Zuschauer 

Großes Foto rechts mit freundlicher Genehmigung von Ni Luh Artana, Blahbatuh
 

zu erleben, sollte man das nicht aufs Spiel setzen und Zurückhaltung üben, wo es geht. Man darf den Tempelbereich nicht ohne Sarong besuchen, wer keinen hat, bleibt draußen. Die Plätze im Tempel, auf denen gerade die Reinigungszeremonien stattfinden, sind tabu, es sei denn, die Frage nach einer Erlaubnis zum Betreten und zum Fotografieren wird erteilt.  folgende Bilder 04.11.05  Pura Sekuluih Suun Kidul 

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Ich halte es so, dass ich einige Leute, die die Zeremonie noch vor sich haben, nach der Erlaubnis frage. Mit angelegtem Sarong haben wir diese bisher immer bekommen. Oft wird man einen Kameramann aus der Familie oder der Dorfgemeinschaft sehen, der die Zeremonie filmt. Den kann man fragen und dann ist das Problem auch meist gelöst. Ein Teleobjektiv ist natürlich sinnvoll. Wer den nötigen Respekt mitbringt, hält sich beim Fotografieren im Hintergrund und steigt nicht über die am Boden sitzenden und betenden Gläubigen hinweg, wie man das oft beobachten kann. Das sind sicher selbstverständliche Verhaltensweisen, aber ein großer Teil der Touristen hält wohl Bali für einen Zirkus. Wir werden nicht alles verstehen, was abläuft und meist werden wir nicht wissen, was der Grund für das Fest ist. Das muss nicht beunruhigen. 

 
       
 

Die Gläubigen wissen bei weitem auch nicht alles und sind oft nur passive Teilnehmer des Geschehens. Die Priester sind diejenigen, die die Macht des Wissens um die Feiertage in den Händen halten. Sie berechnen den Termin für die Feste. Sie sind diejenigen, die, unterstützt durch Hilfspriester, die Reinigungszeremonien mit heiligem Wasser ( Tirtha ) durchführen. Man merkte wie sich die Leute in der Gemeinschaft wohl fühlen, als sie sich friedlich im Sand niederließen und ihre Opfergaben den bösen 

 
       
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Mächten im Meer präsentierten. Kann es überhaupt etwas Friedlicheres geben ? Ziemlich beeindruckt verließen wir am Abend diesen Tempel und begaben uns in den balinesischen Feierabendverkehr, der in der Dunkelheit ein weiteres Highlight des Tages darstellte. Zwei Jahre später lag der Tempel wieder mal am Weg und er war nicht wieder zu erkennen, weil eben gerade keine Zeremonie stattfand. 

 
09.12.07 Pura Sekului Suun Kidul
       
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Aber die Erinnerung war wieder da...  Und die Erinnerung kam gleich noch einmal zurück, als wir wieder dort vorbei fahren mussten, denn es ist innerhalb eines Jahres über das Internet und diverse Literatur absolut nicht gelungen, den Namen des Tempels heraus zu bekommen. Nun wissen wir den aber... Pura Sekuluih Suun Kidul heißt der also. Ist ja leicht zu merken :-)

 
02.01.09 Pura Sekuluih Suun Kidul 
 
 
 
 
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