Einen Pura Agung gibt es nicht nur in Sanur. Ein nach dem Berg, auf dem die Götter wohnen, benannter Tempel ist in einer Reihe von Dörfern und Städten zu finden. Dieser hier befindet sich in der Jalan Danau Tondano etwa 500 m westlich vom Bypass auf der rechten Seite. Man kann ihn, was ja nicht so selten vorkommt, leicht übersehen. Es ist aber eine sehr schöne Anlage mit einem großen Vorplatz. Zufällig war zu erfahren, dass man dort eine Zeremonie am Abend abhält. Es kommt ja nicht darauf an, dass der Tempel möglichst groß ist. Die kleinen Tempel, vielleicht in unseren Augen nicht so attraktiv, werden sich in wundersamer Weise in Festplätze verwandeln, dass man sie nicht wieder erkennt. Was während einer
Zeremonie abläuft, ist stets ähnlich. Die Gläubigen bringen Ihre Opfergaben mit in den Tempel, stellen diese im hinteren Teil ab und begeben sich zum vorderen Teil des Tempelgeländes, beten dort kniend und werden von den Priestern – meist sind es so genannte Hilfspriester – mit heiligem Wasser (Tirtha) gesegnet. Dabei geht es durchaus lustig und laut zu, was man sich in einer deutschen Kirche nun nicht vorstellen kann. Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Große Familien kommen gemeinsam oder auch Dorfgemeinschaften. Grundsätzlich sitzt im Tempelgelände ein Gamelanorchester, welches die unvergleichliche Gamelanmusik spielt. Diese Musik zu beschreiben, hat nicht viel Sinn. Es entsteht eine einzigartige Stimmung, der sich der Beobachter nicht entziehen kann. Für den einen oder anderen klingt das ungewohnt. Grundsatz sollte immer
sein, wenn man einen Tempel betritt, dass man sich zurückhält und im Hintergrund bleibt. Das besondere Erlebnis an diesem Fest war, dass wir erstmals eins am Abend besuchten.
Fotografieren in einem balinesischen Tempel
Wie man sieht, sind die Fotos unter Nutzung eines Blitzlichtes entstanden, denn die Beleuchtung war wirklich sehr spärlich. Das Blitzen ist eine nicht ganz einfache Sache, denn im Grunde stört das die Zeremonie. Hier ist Fingerspitzengefühl angesagt. Grundsätzlich sollte man paar Leute von denen, die gerade kommen, fragen. Die werden es erfahrungsgemäß nur selten ablehnen, das gab es aber auch schon. Das muss man dann akzeptieren. Wenn dann keine weiteren Touristen dabei sind, die ein Blitzlichtgewitter veranstalten und man es bei einzelnen Fotos belässt, sollte es gehen.