Man kann – man muss eigentlich – den frühen Besuch des Tempels mit dem noch früheren Besuch des Sonnenaufgangs am Vulkan Batur verbinden. Den zu erleben, bedeutet allerdings noch früheres Aufstehen, je nachdem, wo man auf der Insel wohnt. Von Sanur oder auch von den Touristenzentren an der Südwestküste muss man mit 2 – 2,5 Stunden Fahrzeit rechnen, so dass es ratsam erscheint, nicht nach 03:30 Uhr loszufahren. Man nimmt sich in diesem Fall am besten ein Auto mit Fahrer. Bali ist am Tage schon nicht ganz übersichtlich und wer sich nicht wirklich auskennt, wird im Dunkeln den Weg nicht finden ! Aber das ist ein Kapitel für sich. Das Aufstehen lohnt sich, denn das Panorama – auch am Tage – ist grandios. Es ist ein Erlebnis der besonderen Art, auf einer Terrasse einen Tee zu trinken und den Sonnenaufgang zu beobachten, wobei die Sonne wesentlich schneller am Himmel erscheint, als man seinen Tee ausgetrunken hat.
Spätestens gegen 07:00 Uhr sollte man dann aber schon weiterfahren. Mit dem Auto ist man in 30 min am Tempel Pura Besakih. Der Tempel, den alle Balinesen als den Muttertempel ansehen, ist der dreigeteilte und aus über 80 Einzeltempeln bestehende Tempel PURA BESAKIH. Die Dreiteiligkeit ist den Göttern Brahma, Wishnu und Shiva geschuldet. Im Hintergrund der Vulkan Gunung Agung, der Sitz der Götter. Es empfiehlt sich, wenn man unbelästigt von selbsternannten Guides und in aller Ruhe hier durchgehen will, sehr früh da zu sein. Bis gegen 08:00 Uhr am Morgen, so die Erfahrung, sind die mafiamäßig organisierten Typen noch nicht da. Man wird ansonsten angesprochen und ohne jede Aufforderung macht sich jemand zum Fremdenführer, der natürlich Geld haben will. Die Typen sind dermaßen aufdringlich, dass es nicht viel Zweck hat, das abzulehnen. Selbst wenn man schon fünfmal da war und denen das erklärt, wird es nichts. Das ging schon soweit, dass dem Fahrer unseres Mietautos Prügel angedroht wurden, wenn er weiter unser Begehren, allein durch den Tempel zu gehen, unterstützt. Das ist insgesamt die mieseste Erfahrung auf der Götterinsel,
die wir bisher gemacht haben. Es gibt auch keine Pflicht zur Bezahlung einer Eintrittsgebühr. Die gibt es in keinem Tempel. Und entsprechend steht an einem “Kassenhäuschen” auch “DONATION”. Das wird in diesen Kreisen allerdings als Pflicht angesehen und man gibt sogar eine Eintrittskarte aus. Neben der Parkgebühr, versteht sich, die man im Übrigen bereits früh um 07:00 Uhr bezahlen muss. Alles in allem macht dieses merkwürdige Geschehen einen sehr schlechten Eindruck und das schon seit Jahren und es ändert sich nichts. Und wenn man nicht wenigstens aufpasst, ist man `ne Menge Geld los. Da sich diese Typen nun nicht abwimmeln lassen,
muss man den Preis unbedingt vorher ausmachen. Kein Tourist wird deswegen verhungern, denn so teuer ist es nicht, aber man hat eben keine Zeit, in Ruhe durch den Tempel zu gegen, weil der Typ schnell wieder an der nächsten Runde verdienen will. Da hilft nur, sich nicht drängen zu lassen. Man wird weitere Merkwürdigkeiten erleben. Kleine, freundlich lächelnde Mädchen und Jungen von vielleicht 2 oder 3 Jahren werden dem Besucher Blüten überreichen und man wird ganz gerührt sein und sich sicher artig bedanken. Der Schock folgt auf dem Fuße, denn die niedlichen Kleinen werden in der nächsten Sekunde unmissverständlich und
mit gar nicht mehr kindlichem Gebaren und eindeutiger Geste money fordern, dass es einem vergehen kann. Jeder muss freilich für sich entscheiden, wie er damit umgeht, aber man sollte schon wissen, dass regelrechte Organisationen dahinter stehen und die Kinder vom Geld nichts sehen. Der Besuch am Morgen in diesem
Tempel gehört ansonsten zum Besten, was man auf der Insel Bali machen kann. Man sieht auch noch den Sitz der Götter. Schon zwei Stunden später kann bzw. wird der Vulkan völlig in Wolken gehüllt sein, das ist ja auch der Grund, dort ganz früh zu erscheinen. Die oben zu sehenden Bilder zeigen den Tempel bei absoluter Ruhe, was auch seinen Reiz hat, aber hier ist, wenn was los ist, richtig was los. Davon wird demnächst berichtet.