2009. Das erste Vierteljahr war kalt. Sehr kalt. Vergleichsweise war um die Kirche deshalb nichts los. Hinter den Kulissen quält es sich. Das Gerangel um den Umbau des Kulturpalastes zum reinen Konzertsaal hält an und es gibt auch da nichts Neues zu vermelden, außer, dass sich maßgebliche Leute, wie Konzertveranstalter, dafür einsetzen, dass man weiterhin auch Rock – und Herzilein – Veranstaltungen dort durchführen kann. Schaut man aber 200 m weiter in die Schlossstraße, sieht das ganz anders aus. Ohne Baustellen gehts ja in der Innenstadt nicht, also hat man wieder eine aufgemacht und baut die Schlossstraße, die ehemals Fußgängerzone war, wieder als Straße aus. Damit ist die Fußgängerachse vom Hauptbahnhof zur Augustusbrücke nun zweimal unterbrochen. Oder öfter. Was für eine vertane Chance. Macht aber nichts, wer läuft denn da noch entlang auf ganzer Länge. Die Touris sind fertig, wenn sie die Frauenkirche umrundet haben und wollen nur noch essen. Das Essen wäre dann zwangsweise am Neumarkt
einzunehmen. Es ist jetzt auch nicht mehr ganz so öde, dort zu sitzen, denn die Stadt hat kleine Bäumchen gepflanzt. Mit Weitsicht. Also weit zu sehen sind sie nicht, so ist es nicht gemeint. Wenn das Hotel ROM kommt, müssen die wieder weg, denn die stehen auf dem Grundstück. Das ist dann wieder so ein Fall für die Grünen. Man kann auf dem Neumarkt stehen wo man will – Sitzgelegenheiten ohne Zwangsverzehr sind nach wie vor nicht zu finden – immer wieder hängt sich der Blick an der Rückseite der nichts sagend sanierten Gebäude der Wilsdruffer Straße auf. Passt irgendwie alles nicht zusammen. Man hat ja die Gebäude zurück geschnitten wie einen Baum, der einer Stromleitung im Wege ist. Es ist zu vermuten, dass der Abriss – wenn auch noch nicht mittelfristig – in den Plänen steht. Mit den neu erbauten Gebäuden ergeben sich heute durchaus wieder Blickbeziehungen, die sehr an das alte Dresden erinnern, wie der Blick im linken Bild auf das Johanneum am 08.03.09 zeigt.
Juni 2009 – Dresden wird mit Obama – Besuch bestraft
Und als ob Dresden keine Probleme hätte, kommt nun auch noch Obama und bringt alles durcheinander. Kost ja nix. Man darf nicht mehr aus den Gullis klettern oder die Gardine bewegen, um nicht erschossen zu werden. Dass erst einmal paar Schandflecke verdeckt werden, sei nur am Rande erwähnt. Mit Stoffbahnen zum Beispiel. So hat man aus einem schnöden Bauzaun einen Obamasichtschutzzaun gemacht, dass der sich die Augen nicht verblitzt. Ähnliches gab es schon einmal in dieser Stadt. Für KIM IL SUNG, den großen Führer Nordkoreas, wurde der Bahnhof Neustadt neu angemalt vor 25 Jahren. Insofern gibt man sich heute keine Mühe mehr. Ein bisschen sieht es aber auch aus wie ground sero. Das soll wohl so ein.
Wieder Ausgrabungen am Neumarkt
Im August konnte man noch einen Blick auf die Ausgrabungen neben dem Köhlerschen Haus werfen. Das Bild ist vom 14.08.09.